Aufbaupost für Eltern in einer ähnlichen Situation
- Victoria Schüne
- 12. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Es gibt Momente im Leben, in denen die Welt nicht einfach langsamer wird – sie bleibt stehen. Die Diagnose einer schweren Krankheit bei einem Kind gehört zu genau diesen Momenten. Alles, was vorher wichtig schien, rückt in den Hintergrund. Der Alltag wird zu einem Nebengeräusch, während man versucht, einen Weg zu finden, der sich plötzlich unübersichtlich, dunkel und überfordernd anfühlt.
Viele Menschen von außen sehen nur Bruchstücke: Arzttermine, Behandlungen, den Versuch, „stark“ zu bleiben. Doch was in einem selbst passiert, lässt sich kaum erklären. Es ist eine Mischung aus Angst, Erschöpfung, Hoffnung, Ohnmacht und dem unbedingten Willen, weiterzumachen – selbst dann, wenn man innerlich kaum noch Kraft spürt.
Dieser Beitrag richtet sich an diejenigen, die genau jetzt in dieser Situation stehen.
An die Mütter, Väter, Geschwister und Angehörigen, die jeden Tag funktionieren müssen, während ihnen gleichzeitig der Boden unter den Füßen fehlt.
Eines möchte ich dir sagen: Du bist nicht allein.
Auch wenn sich der Weg einsam anfühlt, auch wenn du das Gefühl hast, niemand könne verstehen, wie sehr du kämpfst – es gibt andere, die diese Mischung aus Liebe, Sorge und Angst kennen. Andere, die wissen, wie schwer es ist, jeden Morgen aufzustehen und so zu tun, als sei die Welt stabil genug, um sie weiterzutragen.
Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn du weinst.
Es ist kein Zeichen von Versagen, wenn du müde bist.
Es ist kein Fehler, wenn du Momente hast, in denen du einfach nicht mehr kannst.
Viele Eltern glauben, sie müssten immer stark sein – für ihr Kind, für die Familie, für die Umgebung. Doch Stärke bedeutet nicht, alles zu ertragen, ohne zu wanken. Stärke zeigt sich oft erst dort, wo man die eigenen Grenzen anerkennt.
Wo man sich erlaubt, Hilfe anzunehmen.
Wo man akzeptiert, dass niemand diesen Kampf allein führen sollte.
Vielleicht fühlst du dich gerade, als würdest du durch einen endlosen Tunnel gehen, ohne zu wissen, wo der Ausgang ist. Doch jeder Tag, den du überstehst, jeder Termin, den du begleitest, jede Stunde, in der du deinem Kind Mut machst, ist ein Beweis dafür, dass du längst mehr Kraft hast, als du selbst glauben kannst. Manchmal sieht man Stärke erst rückblickend – mitten im Sturm wirkt sie oft wie ein leiser Schatten.
Wenn du heute nur eines schaffst, dann ist das genug.
Wenn du morgen ein wenig mehr schaffst, ist das ein Fortschritt.
Und wenn du irgendwann wieder Hoffnung spürst, dann ist das kein Zufall, sondern das Ergebnis all deiner Schritte – auch der kleinen, auch der unbemerkten.
Halte fest an allem, was dir hilft: ein kurzer Moment der Ruhe, ein Gespräch, ein Spaziergang, ein Atemzug, der ein paar Sekunden lang etwas leichter fällt.
Niemand kann dir versprechen, dass der Weg einfach wird. Aber du musst ihn nicht alleine gehen.
Dieser Blog soll ein Ort sein, an dem du dich wiederfinden darfst – ohne Druck, ohne Bewertung, ohne den Anspruch, perfekt zu sein. Vielleicht schenkt dir dieser Beitrag einen kurzen Moment von dem, was in solchen Zeiten am schwersten zu finden ist: das Gefühl, dass du gesehen wirst. Dass dein Weg zählt. Dass du mit deiner Stärke und deiner Verletzlichkeit wertvoll bist.
Und auch wenn es sich jetzt nicht so anfühlt:
Es gibt Tage, an denen der Tunnel nicht mehr ganz so dunkel wirkt.
Es gibt Augenblicke, in denen die Angst Platz macht für Hoffnung.
Es gibt Momente, in denen du spürst, dass dieser Weg – so hart er ist – euch auch näher zusammenbringt.
Du kämpfst nicht umsonst.
Du kämpfst, weil dein Kind auf dich vertraut.
Und du kämpfst, weil Liebe manchmal genau das bedeutet: bleiben, auch wenn alles schwer ist.
Wenn du gerade in dieser Situation steckst – bitte vergiss eines nicht:
Du machst das gut. Wirklich gut.








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